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Aktualisiert: Juni 5

Korrektorat und Lektorat


Am 8. März feiern die US-Amerikaner den National Proofreading Day, also den Tag des Korrekturlesens. Stiefmütterlich behandelt, drücken sich viele gern um die lästige Nachkontrolle. Doch wo braucht man es und was bringt es?



Fehler erkennen und verbessern



Eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik sind vielerorts von Vorteil. Auch Syntax und Textstruktur wollen beachtet sein. Beginnend bei der Bachelorarbeit, über das Produktportfolio für den wichtigen Kunden oder die E-Mail an die Liebste, bis hin zur inhaltlichen Redaktion von Printmedien: alle gewinnen durch ein Korrektorat oder Lektorat an Qualität.



Warum das wichtig ist? Erstens kann der Empfänger der Botschaft sich besser auf den Inhalt der Botschaft konzentrieren, wenn er nicht durch Fehler abgelenkt ist. Zweitens zeugt es auch von einer gewissen Wertschätzung dem Empfänger gegenüber, wenn der Sender sich um Sorgfalt bemüht. Auf geschäftlicher Ebene kann ein schlechter Eindruck potenzielle Kunden abschrecken. In einigen Bereichen hat Ungenauigkeit mitunter fatale Konsequenzen und kann sogar Menschenleben gefährden. Ein Beispiel wäre die fehlerhafte Redaktion eines Medikamenten-Beipackzettels oder eine lückenhafte Bedienungsanweisung für eine Industrieanlage.



Zuletzt wäre da noch der ästhetische Aspekt. Die Lektüre eines schönen, gut geschriebenen Textes mit inhaltlichem und formalem Anspruch ist nicht nur angenehmer zu konsumieren, sondern auch eine Form der Kunst, die den Leser für eine kurze Zeit in andere Sphären entrückt. Ausreichend Gründe also, eine Lanze für das Korrekturlesen zu brechen.



Lektorat und Korrektorat - Wo liegt der Unterschied?



Das Korrektorat ist die formale Korrektur eines Manuskripts. Verbesserungen beziehen sich auf Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion (Satzzeichen) und Typographie (z. B. Anführungszeichen, Bindestrich oder Apostrophe). Zudem wird auf einheitliche Schreibweisen und die korrekte Silbentrennung geachtet. Das Korrektorat sollte immer in der finalen Version des Manuskripts erfolgen. Inhaltliche Umgestaltungen des Textes sollten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr stattfinden. Die Preisgestaltung ist individuell und erfolgt nach Wortzahl oder Normseite (z. B. 30 Zeilen à 60 Anschläge, ergeben ca. 1500 Zeichen). Eine Normseite kostet etwa drei bis vier Euro, der Wortpreis beträgt meist 0,015 bis 0,025 Euro. Häufig bieten Dienstleister Korrektorat und Lektorat in einem an. Spezielle Formen des Korrektorats, beispielsweise Korrektorate von HTML-Formatierungen, können teurer sein.



Beim Lektorat werden sprachlicher und stilistischer Ausdruck überarbeitet. Das Manuskript wird auch auf inhaltliche Kohärenz (Sinnhaftigkeit) überprüft. Zur Verbesserung des Leseflusses formuliert der Lektor verschachtelte Sätze um und entfernt Wortwiederholungen. Absätze werden sinnvoll gegliedert und genretypische Aspekte ggf. hervorgehoben. Im Anschluss erfolgen, wie beim Korrektorat, Prüfung von Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion und typographische Verbesserung. Das finale Manuskript entsteht also erst durch das Lektorat. Auch hier erfolgt die Preisgestaltung anhand von Normseiten (etwa sechs bis sieben Euro) oder dem Wortpreis (0,02 bis 0,03 Euro). Gelegentlich berechnen Lektoren auch Stundensätze für ihre Dienstleistung. Dies ist vornehmlich bei umfangreicheren Projekten der Fall, die eine gründliche redaktionelle Recherche beinhalten, z. B. Übersetzungslektorate.



Wenn es mal schnell und unkompliziert gehen soll, sind online Rechtschreibprüfungs-Tools eine gute Lösung. Für die qualitativ hochwertige Überprüfung von längeren Manuskripten oder fachlich anspruchsvollen Inhalten eignet sich ein professionelles Korrektorat oder Lektorat besser.





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