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Aktualisiert: Juni 5

Die Tour de France 2021 - Land, Leute und Spezialitäten


Die Tour de France, in Frankreich auch Grande Boucle genannt, führt 2021 auf 21 anspruchsvollen Etappen durch die schönsten Gegenden Frankreichs.


Um neben dem Radsport auch etwas von den vielfältigen Landschaften, idyllischen Dörfern, regionalen Spezialitäten und der oftmals bewegten Geschichte zu erfahren, folgt eine Assemblage der Höhepunkte entlang der Tour de France Strecke.


Etappe 1: Brest — Landerneau


Startpunkt sowohl der ersten Etappe als auch der gesamten Tour ist die Stadt Brest im Finistère, dem westlichsten Departement der Bretagne, an der wilden Atlantikküste gelegen. Der Name „finistère“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „das Ende der Welt“.


Brest ist mit 140000 Einwohnern ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum. Seine politische und wirtschaftliche Vergangenheit fußt auf der Schifffahrtsgeschichte und der Funktion als Marinestützpunkt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Brest von der deutschen Wehrmacht erobert und in der Folge zu einem der wichtigsten Stützpunkte des Atlantikwalls. Noch heute können Interessierte die beeindruckenden U-Boot-Bunkeranlagen besichtigen.

Ein typisch bretonisches Gericht ist der Kig Ha Farz (übersetzt: Fleisch und Fladen), ein deftiger Eintopf aus Schweinefleisch, Würsten, Gemüse und einem gekochten Pudding aus Buchweizenmehl. Er ist das Soul-Food der Bretonen und vor allem an kalten Wintertagen beliebt.


In Brest beginnend führt der Nantes-Brest-Kanal in Richtung Süden. Die Schleusen sind vielerorts mit Blumen geschmückt. Am Ufer entlang lassen sich auf den gut ausgebauten Fahrradwegen ausgedehnte Touren unternehmen. Der Radweg entlang des Nantes-Brest-Kanals ist insgesamt 390 km lang. Wer die friedliche Landschaft lieber auf dem Wasser erkunden möchte, kann bei einem der zahlreichen Verleiher ein Hausboot mieten. Auf dem lässt es sich (nach einer kurzen Einweisung und ohne Bootsführerschein) gemütlich in den Sonnenuntergang schippern.


Die Strecke führt durch das knapp 800 Einwohner zählende Dörfchen Locronan. Im Mittelalter durch den Handel mit hochwertigem Segeltuch zu Wohlstand gekommen, ist Locronan als eines der offiziell schönsten Dörfer Frankreichs heute Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Der autofreie Ortskern mit seiner Kirche St. Ronan in Flamboyant-Gotik aus dem 15. Jahrhundert diente bereits als Kulisse für einige Filme, darunter Roman Polańskis „Tess“.


Weiter führt die Strecke durch Quimper; in der historischen Landschaft der Cornouaille und am Flüsschen Odet gelegen. Weltweiten Ruhm erlangte Quimper durch seine Porzellanmanufaktur, welche seit über 300 Jahren wunderschöne handbemalte Keramik herstellt. Die Kathedrale St. Corentin ist ein Paradebeispiel der bretonischen Gotik. Das gut erhaltene Fachwerk, wie in der Rue Kéréon, begeistert nicht nur Architekturfreunde. Die kleinen Crêperien locken mit leckeren Galettes und einer bolée (typisches, tassenähnliches Trinkgefäß) Cidre.


Von Quimper geht es über die Monts d' Arrée, eine Bergkette im Westen der Bretagne. Die Landschaft besteht aus schroffen Felsen und baumarmer Heidelandschaft. Die höchste Erhebung ist mit 385 Metern der Roc‘ h Ruz. In die dünn besiedelte Landschaft eingebettet finden sich umfriedete Pfarrbezirke, enclos paroissiaux genannt. Malerische Täler mit Mooren und pittoresken Kapellen formen den Naturpark der Region Armorique.


Ziel der ersten Etappe ist Landerneau. Ehemals durch den Tuchhandel aufgeblüht, liegt das Städtchen an der Grenze zwischen den Gegenden Léon und Cornouaille, an den Ufern des Flusses Elorn. Bekannt ist Landerneau vor allem für die letzte bewohnte Brücke Europas, namentlich: Pont de Rohan. Im 16. Jahrhundert erbaut, können Touristen heute in einem der Restaurants auf der Brücke mit Blick aufs Wasser speisen.


Etappe 2: Perros-Guirec — Mur-de-Bretagne


Perros-Guirec ist der beliebteste Badeort im Departement Côtes d' Armor an der Rosa Granitküste. Neben der höchsten Bettenkapazität des gesamten Departements punktet der Urlauberhotspot mit allen sportlichen, kulinarischen und sonstigen Annehmlichkeiten. Überregional bekannt und beliebt bei Nachtschwärmern ist das Casino. In einem der unzähligen Restaurants der mondänen Strandpromenade gibt es fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte in atemberaubender Kulisse.


Vom Festland aus lässt sich eine Bootstour zum Archipel der Sieben Inseln unternehmen, einem Vogelreservat welches seltenen Arten als Brut- und Schutzstätte dient. Eine der heimischen Arten ist der Basstölpel, der zum Fischen mit einer rasanten Geschwindigkeit von über 100 km/h ins Meer taucht.


Endpunkt der zweiten Etappe ist Mûr-de-Bretagne. Mit 2078 Einwohnern eher überschaubar, ist der Ort für seine megalithischen Gräber, Kalvarienberge, Menhir und Dolmen bekannt. Bei den beiden Letzteren rätseln Forscher und Gelehrte aus aller Welt bis heute über die ursprüngliche Funktion der allgegenwärtigen Relikte.

Der Lac de Guerlédan ist der größte See der Bretagne und liegt genau auf der Grenze zwischen den Departements Côtes d' Armor und Morbihan. Er lockt neben mehreren Strandbädern mit einer Vielzahl an Wassersportarten wie Wasserski, Kajak, Segeln, Surfen oder Stand-up-Paddeln.


Am Ufer des Nantes-Brest-Kanals und inmitten des Walds von Quénécan liegt die Abbaye de Bon Repos, eine Zisterzensierabtei aus dem 12. Jahrhundert. Die Abtei ist Veranstaltungsort zahlreicher kultureller Events und zeitgenössischer Kunstausstellungen. In der hauseigenen Boutique bieten die Mönche regionale Produkte und geschmackvolle Souvenirs an.


Etappe 3: Lorient — Pontivy


Lorient, auch Stadt der fünf Häfen genannt, liegt im Departement Morbihan am Zusammenfluss von Blavet und Scorff. Hier befindet sich der größte Fischereihafen Frankreichs. Ähnlich wie in Brest, besitzt Lorient eine ehemalige U-Boot-Bunkeranlage mitsamt eines U-Boots namens „Flore“, welches Interessierte besichtigen können.


Im Jahr 1664 gründete sich in Lorient die Ostindienkompanie, welche der Stadt durch den Handel mit Seide und Gewürzen großen Reichtum bescherte. Davon zeugt noch heute die Zitadelle von Port-Louis, auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht.


Vor der Küste bietet sich das Naturparadies Groix für einen Tagesausflug an. Die Insel mit einer handvoll charmanter Dörfer, inmitten von Kuhweiden und Wiesen, bietet einsame Buchten mit Sandstrand und kristallklarem Wasser inmitten einer üppigen und ursprünglichen Vegetation. Über den schroffen Steilklippen im Norden von Groix segeln Möwen anmutig über dem gewaltigen Panorama und vermitteln das Gefühl von grenzenloser Freiheit.


Deutlich beschaulicher und idyllischer wirkt Pontivy. Weiter im Landesinneren des Morbihan, an den Ufern des Blavet und des Nantes-Brest-Kanals gelegen, beeindruckt Pontivy mit seiner Burg aus dem 15. Jahrhundert. Der Familiensitz der Rohans ist architektonisch deutlich durch die napoleonische Herrschaft beeinflusst. Seinen Namen erhielt Pontivy übrigens durch den irischen Mönch Ivy, welcher die erste Brücke über den Blavet baute.


Etappe 4: Redon — Fougères


Redon liegt im Departement Ille-et-Vilaine und zählt etwa 9100 Einwohner. Das Karolingerkloster St. Sauveur wurde 832 gegründet und war im Mittelalter das größte Kloster der Bretagne. Es liegt versteckt inmitten einer Landschaft aus Moor, jahrhundertealter Kastanienwälder und Salzspeicher.


Fougères, im Land der Legenden und Druiden, wirkt geheimnisvoll und verwunschen. Mit 20500 Einwohnern an den Ufern des Couesnon und des Nançon gelegen, beeindruckt das Städtchen mit gleich zwei Sehenswürdigkeiten. Das Schloss von Fougères wird von einer malerischen Flussschleife des Nançon eingerahmt. Seine imposante Mauer, Wachtürme und Zinnen ragen schon aus der Ferne inmitten des weitläufigen Marschlands auf.


Die Druidenlinie, auch Cordon des Druides genannt, ist eine 300 Meter lange Anreihung von Quarzitblöcken unterschiedlicher Größe. Sie befindet sich im Ort Landéau. Die insgesamt drei Reihen stammen aus dem Zeitalter des Neolithikums und muten inmitten von Farnen und Fingerhut nahezu mystisch an.


Etappe 5: Changé — Laval


Im Departement Mayenne, in der Region Pays de la Loire, haben Milchviehhaltung und Rinderzucht seit jeher Tradition. Neben Rindfleisch, Cidre, Bier und Holundererzeugnissen stammen einige namhafte Käsespezialitäten mit AOP-Bezeichnung aus der Mayenne. Der Käse „Port-Salut“ wird seit Jahrhunderten von Mönchen der gleichnamigen Abtei hergestellt und heute in aller Herren Länder exportiert. Seit dem 18. Jahrhundert erfolgt seine Produktion nach unveränderter Rezeptur.


Eine andere lokale Sorte, der Entrammes, wird in der traditionellen Tourte Mayennaise mit Rindfleisch kombiniert. Das Fleisch stammt klassischerweise von der Rinderrasse Rouge des Prés, welche wiederum aus einer Kreuzung mit englischen Durham-Rindern hervorging.


Am Fluss Mayenne und unweit von Laval führt die Strecke vorbei an Changé, einem Vorort von Laval mit knapp 6100 Einwohnern. Laval ist die Hauptstadt des Departements Mayenne. Mit rund 50000 Einwohnern ist es Versorgungszentrum der Region und Anlaufstelle für Gourmets von nah und fern. Sehenswert sind die Burg Laval und die Stadtmauer. Die mittelalterlichen Gassen laden zum gemütlichen Flanieren ein. Das Lactopole von André Besnier stellt als weltweit größtes Museum für Milch und Käse über 4000 Gegenstände und Dokumente aus.

Etappe 6: Tours – Châteauroux


Tours liegt in der Region Centre-Val-de-Loire, zwischen den Flüssen Cher und Loire. Die einst römisch-gallische Siedlung zählt heute über 136000 Einwohner. Tours wurde im 16. Jahrhundert im Zuge der Hugenottenkriege Ziel von Mord, Plünderungen und Zerstörung.


Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale Saint Gatien mit ihrer reich geschmückten Fassade aus Archivolten, Bogengehängen und Nischen. Sie wurde erstmals im Jahr 338 durch einen Brand zerstört. Die heutige vierte Version der Kathedrale an dieser Stelle wurde zwischen 1220 und 1230 erbaut. Ihre Türme ragen rund 70 Meter in die Höhe. Das umgebende Loire-Tal ist weltweit für seine Vielzahl an prunkvollen Schlössern berühmt.


Châteauroux liegt an der Indre, dem namensgebenden Fluss des Departements. Das Museum Bertrand befindet sich in einem Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert, welches einem Waffengefährten Napoleons gehörte. Werke aus römischer und mittelalterlicher Zeit, holländische und flämische Gemälde, Sammlungen aus der Zeit des napoleonischen Reichs sowie ein Kuriositätenkabinett bilden ein spannendes Sammelsurium an Kunst und Reliquien.


Beim seit 1975 alljährlich stattfindenden Festival Darc erfreuen sich die Besucher an Konzerten oder wirken in einem Tanzworkshop unter der Anleitung internationaler Koryphäen mit. Regelmäßig partizipieren mehr als 65000 Besucher an über dreißig Tanzdisziplinen, darunter Hip Hop, Salsa, indischer Tanz oder Capoeira.

Das Couvent des Cordeliers ist ein Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert, welches vielgerühmte Ausstellungen zeitgenössischer Kunst beherbergt.


Etappe 7: Vierzon – Le Creusot


In seinem Lied Vésoul besingt Jacques Brel das industrielle Erbe von Vierzon. Die Stadt gilt als französische Wiege allen technischen Know-hows. Bahnbrechende Erfindungen und Entwicklungen bezogen sich auf die Bereiche Mechanik und Metallurgie, Modellbau, Porzellan sowie Chemie und Umwelttechnik.


Die Geschichte des Städtchens zwischen Cher und Yèvre geht jedoch viel weiter zurück: Bei archäologischen Grabungen wurden die Überreste einer prähistorischen Feuersteinschleiferei entdeckt. Besucher schätzen den über 7500 Hektar großen Stadtwald.


Vierzon wird auch vom Berry-Kanal durchkreuzt. Das Umland heißt Champagne Berrichonne oder Beeren-Champagne. Die Gegend ist von landwirtschaftlicher Aktivität geprägt. Auf den Feldern gedeihen Weizen, Hafer, Mais, Roggen, Raps und Sonnenblumen. Auch findet sich Viehwirtschaft wie Rinder-, Schaf- und Ziegenzucht. Das Weinanbaugebiet Reuilly in der Umgebung von Vierzon trägt, ebenso wie der Valençay-Käse, eine AOC-Bezeichnung. Weitere bekannte regionale Produkte sind die grüne Linse von Berry, der Crottin de Chavignol sowie das Marzipan aus Issoudun.


Weiter geht es ins Departement Saône-et-Loire in die Region Bourgogne-Franche-Compté, nach Le Creusot. Das überschaubare Städtchen erlangte einst Bekanntheit durch seine hohe Dichte an Hightech-Unternehmen der verarbeitenden Industrie; namentlich aus der Elektrotechnik, der Stahlproduktion sowie dem Bergbau. Bis 1820 war Frankreichs größte Eisengießerei in Le Creusot ansässig.


Sehenswert ist das Château de la Verrerie, welches inmitten einer großzügigen Parklandschaft liegt. Es beherbergte früher die Kristallmanufaktur von Marie-Antoinette, Gattin des französischen Königs Ludwig XVI. Das Bergbaumuseum im nahegelegenen Blanzy ist bereits von Weitem dank seinem 22 Meter hohen Förderturm gut auszumachen. Die originelle Besichtigung des Saint-Claude-Schachts vermittelt einen anschaulichen Eindruck von der Bedeutung des Bergbaus für die Region. In jedem Fall lohnt sich ein Zwischenstopp auf der Strecke zwischen Troyes und Mâcon, um den heimischen Weinkeller mit einigen hochwertigen Grand Premier Crus zu bestücken. Die Weine aus dem Burgund sind in aller Welt für ihre außerordentliche Qualität und Vollmundigkeit bekannt.


Etappe 8: Oyonnax – Le Grand-Bornand


Oyonnax, auch die Stadt des Sports genannt, liegt im Departement Ain in der Region Rhône-Alpes; am östlichen Rand Frankreichs. Inmitten des Jura-Gebirges, befindet sich Oyonnax vor den Toren des regionalen Naturparks Haut-Jura auf 540 Metern über dem Meeresspiegel.


Die Stadt ist insbesondere bei Wanderern und Wintersportlern beliebt, doch auch andere Sportarten genießen einen hohen Stellenwert. US Oyonnax ist der erfolgreiche lokale Rugby-Verein. Sportveranstaltungen auf internationaler Ebene aus den Bereichen Rallye, Turnen und Radsport nutzen die Qualität der sportlichen Infrastruktur. Das Wassersportzentrum verfügt über einen olympischen Pool.


Wirtschaftlich und geschichtlich erlangte Oyonnax Bekanntheit durch die Kamm- und Kunststoffindustrie. Im weltweit einzigartigen Plastikmuseum erfahren die Besucher alles über die Anfänge der Plastikherstellung, Technologien zur Verarbeitung, die ersten Kämme sowie der Gebrauch von Alltagsgegenständen aus Plastik im Laufe der Zeit.


Im nahegelegenen Wald von Bretouze führt ein Wanderweg an den Ufern der Sarsouille entlang und über eine abenteuerliche Hängebrücke, welche nur bei trockener Witterung begehbar ist. Die etwa zwei Stunden dauernde Wanderung belohnt mit verborgenen und mystischen Orten.


Auf der Strecke zwischen Oyonnax und Le Grand-Bornand tangiert die Route der Tour de France beinahe die Schweizer Grenze. Le Grand-Bornand gehört zum Departement Haute-Savoie. Aufgrund seiner Höhenlage und geographischen Gegebenheiten, hat es sich als Mekka für Mountainbiker und Wintersportler einen Namen gemacht. Die Fahrer müssen den Anstieg des Col de la Colombière, eines 1613 Meter hohen Gebirgspasses, bezwingen.


Der Pass verbindet das Tal der Arve mit dem der Borne und liegt inmitten der wilden, ursprünglichen Alpenlandschaft. Der schroffe Wind ist ursächlich für die karge Vegetation, welche seltenen alpinen Arten geeignete ökologische Nischen bietet. So kann man mit etwas Glück neben Murmeltieren auch Steinböcke und Gämsen in freier Wildbahn beobachten. Die Passstraße führt unter Anderem auch durch das winzige Weiler Le Reposoir, aus dem der bekannte Reblochon stammt. Dieser wird traditionell für das köstliche savoyardische Käsefondue verwendet.


Etappe 9: Cluses-Tignes


Die neunte Etappe der Tour de France führt durch Cluses, das inmitten einer der touristischsten Regionen Frankreichs und unmittelbar an der Route des Grandes Alpes liegt. Vom Zentrum des Dreiländerecks von Frankreich, Schweiz und Italien, sind es nur 35 Minuten Fahrt bis zum wunderschönen Genfer See.


Das schönste Panorama über die majestätischen Gipfel der Hochalpen gestattet ein Gleitschirmflug. Alternativ bietet eine Rafting-Tour durchs Tal der Giffre beeindruckende Landschaftsbilder. Einige rustikale und zugleich erlesene Boutiquen bieten lokale Produkte feil. Inmitten der unberührten Natur schmiegt sich der Lac Bénit an die schroffen Felsrücken. Je nach Lichteinfall leuchtet der Bergsee strahlend blau oder in einem satten Flaschengrün. Der Wasserfall Cascade de l‘ Englennaz östlich von Cluses ist ein weiteres sehenswertes Naturdenkmal.


Die Etappe endet in Tignes, das in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich ist. Das alte Dorf Tignes versank 1956 im gleichnamigen See, nachdem die neu errichtete Talsperre den Oberlauf der Isère gestaut hatte. An das Ereignis erinnert heute eine Statue. Sie zeigt eine Frau in traditioneller Tracht und ist ein Werk des Künstlers Livio Benedetti.


Abgesehen davon liegt Tignes in einem der prominentesten und luxuriösesten Skigebiete Frankreichs, Espace Killy genannt. Es umfasst die Skistationen Tignes und Val d‘ Isère. Die französische Fußballnationalmannschaft kommt gerne zur Vorbereitung auf wichtige Spiele hierher. So verwundert es nicht, dass auch die Radsportler der Tour de France an diesem Ort ihren ersten von zwei Ruhetagen einlegen.


Etappe 10: Albertville – Valence


Frisch und erholt geht es mit neuer Kraft nach Albertville. Die etwas über 19000 Einwohner zählende Stadt liegt im Departement Savoie und in der Region Rhône-Alpes. Etwas oberhalb von Albertville befindet sich die Cité Médiévale de Conflans, ein mittelalterliches Bergdorf mit engen Gassen, Kopfsteinpflaster, verwitterten Brunnen und seinem Kanonenplatz. Von hier aus bietet sich ein wunderbarer Ausblick über Albertville und die umliegenden Täler.


Albertville ist das Tor zum Parc Regional Massiv des Bauges, welcher auch einen kleinen Teil des Lac d‘ Annecy umfasst. Winzige Dörfchen liegen versteckt zwischen Grasland, Wäldern, Boccage-Landschaften und Weingärten direkt am Seeufer. Etliche Mikrobiotope bieten über 1300 Pflanzenarten, 150 Brutvogelarten und 9 Amphibienarten ein Habitat. Das Territorium lässt sich auf etliche Arten erkunden: zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd, auf einem Esel, mit einem Gleitschirmflug oder im Winter mit Skiern oder Schneeschuhen. Die Einheimischen sind besonders stolz auf die Vielzahl an Heilpflanzen, ihren Honig sowie den Tome des Bauges (AOC).


Valence ist die Hauptstadt des Departements Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Etwa 62000 Einwohner leben linksseitig des Rhônes. Valence ist ein bedeutender logistischer Umschlagplatz für Agrarprodukte aus dem Rhônetal.


Die romanische Kathedrale Saint Apollinaire aus dem 11. Jahrhundert wurde während der Hugenottenkriege beschädigt und stürzte im 17. Jahrhundert völlig ein. Im Laufe der Jahre wurde sie Stück für Stück wiederhergestellt, woraus eine bemerkenswerte Mischung verschiedener Stilepochen und regionaltypischer Besonderheiten resultierten. So entstammt der Chorumgang der burgundischen Romanik, während die gerade Anzahl an Kapellen dem auvergnatischen Stil des 12. Jahrhunderts entspricht. Das Langhaus mit seinen drei gleich hohen Schiffen entspricht vermutlich der Handschrift eines poitevinischen Architekten.


Eine bekannte Tochter der Stadt ist Anne-Sophie Pic. Die vielfach preisgekrönte Köchin (u. A. der Eckhardt-Witzigmann-Preis für große Kochkunst) entstammt einer Gastronomenfamilie. Bereits ihre Urgroßeltern betrieben 1891 die Auberge du Pin in der Ardèche. Als eine von nur vier Französinnen wurde sie vom Guide Michelin als Drei-Sterne-Köchin ausgezeichnet.


Etappe 11: Sorgues – Malaucène


Der Ort Sorgues liegt im Departement Vaucluse und in der Region Alpes-Côte d' Azur, am Zusammenfluss von Ouvèze und Rhône. Die Siedlung erlebte im 14. Jahrhundert unter dem nahegelegenen Hof der Päpste in Avignon eine frühe Blüte.


Das Schloss von Brantes lockt Besucher von nah und fern mit seinem Florentiner Garten aus dem 18. Jahrhundert. Der Platanenwald ist in seiner Art in Frankreich einzigartig. Es gedeihen Magnolien, Lorbeer-Schneeball, Kamelien, Buchs, Zypressen und Pfingstrosen. Eine Naturwiese und ein Gemüsegarten sorgen für Artenvielfalt, während drei Spiegelbecken des dänischen Landschaftsarchitekten Mogens Tvedle einen Hauch Avantgarde verbreiten.


Weiter geht es in das 2800-Seelen-Dorf Malaucène am Fuß des Mont Ventoux. Weinkeller und Antiquitätenläden laden zu einem Bummel durch die mittelalterlichen Gassen ein. Überall in Malaucène finden sich ehemalige Waschhäuser und Brunnen, welche teilweise auf das 14. Jahrhundert datiert werden konnten. Die Kirche Saint Michel stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert und wurde von Papst Clemens V zur Wehrkirche ausgebaut.


Der Mont Ventoux ist die höchste Erhebung des Südens, weshalb man ihn auch den Riesen der Provence nennt. Das 360-Grad-Panorama bietet traumhafte Ausblicke über die Vaucluse, die Drôme und das Rhônetal. Die Geröllfelder oberhalb der Baumgrenze auf rund 1900 Metern Höhe muten stellenweise an wie eine Mondlandschaft. Knapp unterhalb des windigen Gipfels befinden sich eine kleine Kapelle, ein Restaurant sowie der Startpunkt dreier Rundwege verschiedener Schwierigkeitsgrade.


Die Gorges du Toulourenc sind ein beliebtes Ausflugsziel in der Gegend. Der Pfad durch die Schlucht verläuft größtenteils im bis zu brusthohen Wasser. An den Ufern eignen sich Felsen, Wiesen, Kiesstrand und Sandbänke für eine Badepause mit Picknick. Der Zugang zum Pfad ist von einer der beiden Brücken in Vaux oder Saint-Léger-du-Ventoux möglich.


Etappe 12: Saint-Paul-Trois-Châteaux – Nîmes


Weiter geht es in nordwestlicher Richtung nach Saint-Paul-Trois-Châteaux. Im Departement Drôme und der Region Rhône-Alpes gelegen, ist die Gegend für antike Bauwerke, archäologische Funde und leckere Trüffel bekannt.


Die Kathedrale Notre-Dame aus dem 12. Jahrhundert ist eines der bemerkenswertesten Bauwerke in Saint-Paul-Trois-Châteaux. Während der Religionskriege schwer beschädigt und seit 1840 denkmalgeschützt, zieren ihre Portale reiche, von der Antike beeinflusste Verzierungen, Wandmalereien sowie Reliefs von Fabelwesen und Reitern.


Das „Village Troglodytique de Barry“ in Bomène ist eine archäologische Stätte. Das ehemalige neolithische Dorf war durchgehend von der Steinzeit bis ins frühe 20. Jahrhundert bewohnt. Besonders ist die kleine, unterirdische Kapelle, welche 1706 erbaut wurde. Vom bewaldeten Hügel aus lässt sich das Rhônetal betrachten.


Der Kanton Tricastin ist international für seine hochwertigen Trüffel bekannt. Bei der traditionellen Suche unterstützen Hunde oder Trüffelschweine ihre Herren bei der Suche. Im kleinen aber feinen Museum „La Maison de la Truffe et du Tricastin“ erfahren Interessierte alles über Trüffel, deren Anspruch an klimatische Verhältnisse und Boden, die verschiedenen Arten von Trüffel und sogar Betrugsmaschen mit der heiß begehrten Ware. Die „Indiennes de Nîmes“ stellen wunderschöne provenzalisches Stoffe, authentische Kleidung wie Camargue-Stiefel und traditionelle Accessoires her.


Nîmes liegt im Departement Gard in der Region Okzitanien und wird auch das französische Rom genannt. Diesen Namen verdankt die Stadt nicht zuletzt ihrem beeindruckenden Amphitheater, welches dem Kolosseum nachempfunden ist. Während das Bauwerk zur Römerzeit etwa 26000 Tausend Zuschauern Platz bot, können heute immerhin noch 13000 Tausend Besucher empfangen werden. Die gewaltige Grundfläche von 133 x 101 Meter ist heute eine begehrte Event-Location, für Konzerte von internationalen Künstlern wie Metallica und Rammstein.


Die „Maison Carrée“ ist ein Tempel, welcher aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammt. Kaiser Augustus erbaute ihn zu Ehren seines Enkels Gaius und seines Adoptivsohns Lucius Caesar. Der Jardin des Fontaines und zahlreiche Museen über Geschichte sowie moderne und antike Kunst bergen weitere vielfältige kulturelle Highlights, für die es sich lohnt mehrere Tage zu veranschlagen.


Zu Pfingsten und anlässlich der herbstlichen Weinlese findet ein Volksfest namens Feria statt. Nach spanischem Vorbild werden im Amphitheater in alter Tradition Stierkämpfe ausgetragen. Bei der course camargaise sollen, im Gegensatz zur spanischen Corrida, die Stiere nicht verletzt oder getötet werden. Unter Tierschützern ist diese Form des Stierkampfs dennoch umstritten. Für die Einheimischen und Touristen ist die Feria jedes Mal ein soziales, kulturelles, sportliches und kulinarisches Ereignis. Spezialitäten sind die Brandade de Morue (in Milch pochierter Stockfisch) oder le Petit Pâté Nîmois, eine mit Kalb- oder Schweinefleisch gefüllte Pastete.


Die Strecke führt vorbei am Étang de Thau, einem Binnensee mit Lagunenwasser, an dessen Ufern die Städte Mèze und Sète liegen. Etwa 50 Kilometer südlich von Nîmes befindet sich die Camargue mit ihren einzigartigen rosa Salzlagunen und wildlebenden Flamingos.


Carcassonne befindet sich im Departement Aude und gehört ebenfalls zur Region Okzitanien. Rund 46000 Einwohner leben in der mittelalterlichen Festungsstadt an den Ufern der Aude, des Fresquel und des Canal du Midi. Das Château de Comtal scheint mit seinen spitzen Zinnen und Giebeln direkt einem Märchenbuch entsprungen. Gemeinsam mit einer kleinen Kapelle befindet sich die Burg inmitten der Altstadt von Carcassonne. Alte Fresken, Wehrgänge und Schatzkammern vermitteln eine Vorstellung des einstigen Wohlstands.


Über die Grenze geht es in südwestlichen Richtung ins Departement Ariège, welches sich direkt an der Grenze zu Andorra und Spanien befindet. Die Gegend ist bekannt für die zahlreichen Festungen und Bastidenstädte der streng religiös und asketisch lebenden Katharer, die im 12. Jahrhundert nach Christus die katholische Kirche infrage stellten, sich vom Papst lossagten und von da an ihre Lehren verbreiteten. Die Burg Montségur ist eine der letzten vollständig erhaltenen Festungen und gilt als eines der Verstecke des Heiligen Grals. In Labouiche kann man bei einer Kanu-Tour einen unterirdischen Fluss befahren, welcher in eine Grotte mündet.


Kulinarische Spezialitäten aus der Region sind Foie Gras, Cassoulet, Honig und der Bethmale-Käse.


Die wilde, teils unberührte Natur lässt sich auf einem Mérens erkunden. Die kleinen Pyrenäen-Pferde wurden und werden aufgrund ihres stämmigen Körperbaus als Zugpferde an den steilen Hängen in der Landwirtschaft eingesetzt. Dank ihrer Gutmütigkeit sind sie inzwischen auch als Reit- und Fahrpferde beliebt.


An den Ausläufern der Pyrenäen und ebenfalls im Departement Aude liegt Quillan. Bekannt ist der 3240 Einwohner zählende Ort vor allem für sein 1127 erbautes Grafenschloss, welches im Inneren einer Burgfestung liegt. Die Saint-Georges-Schlucht bei Axat und der Engpass von Pierre-Lys sind beliebte Ausflugsziele an der Aude, welche dem Carlit-Massiv entspringt. Beim Rafting oder Kajakfahren lassen sich Gebirgsflüsse und die fruchtbaren Weinebenen erkunden. Der Wanderweg „Sentier Cathare“ führt über 200 Kilometer von Foix bis zur Mittelmeerküste.


Etappe 15: Céret - Andorra la Vella


Céret liegt im Departement Pyrénées-Orientales und in der Region Okzitanien. Der fulminante Gipfel des Pic Canigou ragt 2785 Meter in die Höhe und ist daher oftmals bis in den Sommer hinein mit Schnee bedeckt. Alljährlich wird in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni der für die Katalanen bedeutsame Johannestag zelebriert, indem die örtliche Jugend eine brennende Fackel vom Gipfel ins Tal trägt: le feu de la Saint-Jean. Dabei wird eine Hymne zu Ehren des Canigous angestimmt; die Montanyas Regaladas.


Der Pont du Diable ist eine Brücke aus dem 14. Jahrhundert. Damals besaß sie die weltweit größte Spannweite und beeindruckt auch heute noch die Besucher von Céret. Die Gegend der katalanischen Pyrenäen ist bekannt für Pfirsiche, die Kirsche von Céret sowie die Weinanbaugebiete AOP Rivesaltes, Muscat de Rivesaltes und Côtes du Roussillon.


Die katalanischen Pyrenäen beherbergen eine Vielzahl alter Festungsanlagen wie das Fort Libéria bei Villefranche-de-Conflent oder die Zitadelle von Mont-Louis, welche beide vom Festungsarchitekten Vauban erbaut wurden und heute als Weltkulturerbe klassifiziert sind. Der regionale Naturpark der katalanischen Pyrenäen beheimatet eine Vielzahl an Tierarten wie Gämsen, Mufflons, Steinadler, Wildkatzen, Hermeline, Luchse, Alpenschneehühner, Braunbären, Wölfe und verschiedene Geier-Arten, darunter den seltenen Lämmergeier. Quer durch die endlose Wildnis verläuft die Grenze zum Zwergstaat Andorra.


Die 1278 gegründete parlamentarische Monarchie befindet sich in einem Hochtal der Pyrenäen. Je nach Örtlichkeit ist das Mikroklima von der Höhenlage oder mediterranen Luftströmungen beeinflusst. Immergrüne Eichenwälder und Rhododendren werden oberhalb der Baumgrenze von Kiefern, Heidekraut und Fichten abgelöst. Die Vegetations-Vielfalt Andorras umfasst über 1150 verschiedene Pflanzenarten.


In Andorra la Vella verbringen die Sportler der Tour de France ihren zweiten von beiden Ruhetagen. Die Amtssprache ist Katalanisch; rund ein Viertel der Bevölkerung Andorras lebt im Flusstal, an den Ufern des Gran Valira. Die frühesten Spuren menschlicher Besiedelung stammen aus dem Neolithikum. Heute ist Andorra la Vella vor allem als Steuer-Oase und Wintersport-Paradies bekannt. Die größte Wintersport-Destination der gesamten Pyrenäen ist dank seiner schneesicheren Pisten und wohltuenden Thermalbäder beliebtes Ziel von spanischen und französischen Touristen.


An allen Ecken wird der aufmerksame Beobachter des religiösen Erbes der Gegend gewahr. Das Santuari de Meritxell in Canillo umfasst eine Kirche, eine alte Kapelle und mehrere Nebengebäude. Sie ist Pilgerziel tausender gläubiger Christen. Der Gebäude-Komplex wurde zu Ehren der Heiligen Jungfrau von Meritxell, der Schutzpatronin des Fürstentums, erbaut.


Das Museum für Landesgeschichte widmet sich der romanischen Architektur, der lokalen Kunst und der katalanischen Kultur. Typische kulinarische Spezialitäten sind Conill amb Tomàquet (Kaninchen in Tomaten) und Xai Rostit (gegrilltes Lamm).


Etappe 16: Pas de la Case - Saint-Gaudens


Pas de la Case liegt in Andorra und nur wenige Kilometer von Frankreich entfernt. Der Fluss Ariège entspringt hier und stellt die natürliche Grenze dar. Mit 1950 Einwohnern ist Pas de la Case das einzige Dorf auf der Nordseite des Pyrenäen-Hauptkamms.


Der Name „Pas de la Case“ leitet sich vom ehemaligen Wirtschaftsweg ab, der früher dem Warenverkehr von Andorra nach Frankreich und umgekehrt diente. Auch heute noch kommen Tagestouristen aus Frankreich, um von den zollfreien Einkaufsmöglichkeiten zu profitieren: Kleidung, Sportartikel, Zigaretten und Lebensmittel.


Als Teil des Skigebiets Grandvalira verfügt Pas de la Case über 210 Pistenkilometer und unzählige Wandertrails. Der wohl Bekannteste ist „Les Abelettes“ und führt zum gleichnamigen Bergsee, der zu jeder Jahreszeit eine Augenweide ist.


Über die Grenze geht es wieder nach Frankreich, genauer nach Saint-Gaudens im Departement Haute-Garonne, Okzitanien. Der Ort ist im Besitz der Kollegiatskirche Saint-Pierre-et-Saint-Gaudens, welche eine Station auf dem Pilgerweg nach Santiago di Compostela ist. Ihr Kreuzgang ist einer der beeindruckendsten im gesamten französischen Pyrenäenraum und wurde bereits 1840 als historisches Monument klassifiziert.


Jeden Samstag können Besucher das morgendliche Treiben des Wochenmarkts im Schatten der Kirche beobachten. Eine der lokalen Spezialitäten ist der würzige Bethmale-Käse, welcher aus einem Tal gleich um die Ecke stammt. In der kleineren Kapelle Saint Jacques befindet sich ein kleines, aber feines zeitgenössisches Zentrum für Kunst.


Etappe 17: Muret - Saint-Lary-Soulan


Muret liegt nordöstlich von Saint-Gaudens und etwa 20 Kilometer entfernt von Toulouse. Nach wie vor befindet sich Muret im Departement Haute-Garonne in Okzitanien und am Zusammenfluss der Garonne und des Louge.


Bei Urlaubern ist Muret als Wassersportmekka bekannt. Neben dem riesigen Spaß in Aqualudia mit etlichen abenteuerlichen Rutschen lockt der eXtrem Ride Park mit Wakeboarden oder Wasserski. Am Lac des Bonnets befinden sich unter anderem mehrere Strandbäder sowie ein Jetski-Verleih. Für Naturliebhaber und Ruhesuchende bietet das Naturschutzgebiet du Parc Naturel du Confluent das genaue Gegenteil. Speziell Naturfotografen schätzen die außergewöhnlichen Motive.


Auch in Sachen regionale Spezialitäten hat die Gegend um Muret einiges zu bieten. Das Fleisch vom wild lebenden Bigorre-Schwein, welches sich ausschließlich von Eicheln, Kastanien und Gräsern ernährt, verdankt die AOP-Prämierung seinem einzigartigen Geschmack. Neben dem Tomme des Pyrénées ist der Gâteau à la broche bekannt. Hierbei handelt es sich um einen Kuchen, der entsteht, indem der Teig an einem sich drehenden Spieß erstarrt. Dieser Zubereitungsart verdankt er seine originelle Form, welche an Stalaktiten in einer Höhle erinnert.


Saint-Lary-Soulan mit seinen 850 Einwohnern liegt in den Hoch-Pyrenäen und besitzt mit die schönste Berglandschaft in ganz Okzitanien. Neben Trailing und Gleitschirmflügen lockt der kleine Ort mit seiner Skistation. Der anerkannte Thermalort ist vor allem für kurative Behandlungen von rheumatischen Erkrankungen und der Atemwege bekannt. Gäste schätzen die Heilanwendungen bereits seit der Antike.


Im Winter stärkt man sich nach einem langen Tag auf den Pisten traditionell mit der Garbure, einer herzhaften Gemüsesuppe, für die jede Familie ihr eigenes Rezept besitzt. Hinein gehören üblicherweise Entenschenkel, Kartoffeln, dicke weiße Bohnen und verschiedene Wintergemüse.


Etappe 18: Pau - Luz-Ardiden


Pau liegt im Departement Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine, im Vorland der Pyrenäen. Der Geburtsort von Heinrich IV, König von Frankreich und Navarra, ist seit 1722 Universitätsstadt.


Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Schloss im Zentrum der Altstadt, welches einige Merkmale einer Burg aufweist; beispielsweise der gut zu verteidigende Standort auf einer Anhöhe sowie die Palisade aus Pfählen. Dieser verdankt die Stadt übrigens ihren Namen: Im bearnesischen Dialekt bedeutet „pau“ Pfahl.


Mit einer historischen Bergbahn aus dem Jahr 1907 kann man kostenlos zwischen Oberstadt und Unterstadt pendeln. Auf Letztere bietet der oberhalb gelegene Boulevard des Pyrénées einen fabelhaften Ausblick. Untrennbar mit der Gegend um Pau verbunden, ist die Sauce Béarnaise.


Weiter geht es nach Luz-Ardiden, dessen steile Hänge vor allem bei Snowboardern und Klettersportlern beliebt sind. Eben diesen steilen Anstiegen verdankt diese Etappe der Tour de France den Namen "Königsetappe". In der Nähe des regionalen Naturparks der Pyrenäen gelegen, ist der Ort für seine Templer-Kirche bekannt. Diese beherbergt wertvolle Gemälde und Relikte zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria aus dem 11. Jahrhundert.


Die Napoleon-Brücke führt über eine Schlucht, in welche Waghalsige sich mit einem Bungee-Sprung stürzen können. Die 65 Meter hohe Brücke wurde zwischen 1859 und 1863 von Napoleon erbaut. Ein steiler Trampelpfad führt hinunter in die Schlucht. Unter professioneller Anleitung kann man beim Freeclimbing auf der Via Ferrata abenteuerliche Hängebrücken und die Seilbahn Luz Tyroline bezwingen.


Etappe 19: Mourenx – Libourne


Mourenx zählt 6484 Einwohner. Die geschichtsträchtige Provinz liegt am Fuß der Pyrenäen und ist bekannt für ihre Viehwirtschaft und den Weinanbau mit AOC-Bezeichnung. Durch den Vertrag von Verdun wurde 843 die Zugehörigkeit von Mourenx zu Frankreich beschlossen. Die Stadt ist der Geburtsort der historischen Vorbilder der Drei Musketiere: Henry d' Aramitz, Isaac de Porteau und Armand de Sillègue d' Athos d' Autevielle.


Die Etappe endet in Libourne, im Departement Gironde und der Region Nouvelle-Aquitaine, an den Ufern von Dordogne und Isle. In einem der zahlreichen Schlösser, wie dem Château de Sales, kann man die köstlichen hiesigen Weine verkosten, z. B. den Pomerol oder den Libournais.


Breit gefächertes Wissen über nachhaltige Viehwirtschaft vermittelt ein Besuch der Ferme de la Barbanne. Der Bauernhof hat sich die Nachzucht seltener, alter Nutztierrassen, viele regionalen Ursprungs, zur Aufgabe gemacht: die Gascogne-Pute, das Gascogne-Schwein, der Pyrenäen-Esel, das Bordelaise-Rind oder das Gälische Huhn, um nur einige zu nennen.


Etappe 20: Libourne - Saint-Émilion


Auf der zwanzigsten Etappe findet zwischen Libourne und Saint-Émilion das Einzelzeitfahren statt. Das Städtchen 40 Kilometer östlich von Bordeaux ist neben seinen weltberühmten Rotweinen für seine einzigartige Sakralarchitektur bekannt.


Die monolithische Kirche gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde weniger erbaut, als vielmehr in den massiven Fels gehauen. Ausschließlich im Rahmen einer Führung können Besucher die geheimnisvollen Katakomben besichtigen. Jeden Sonntag findet im Kreuzgang der lokale Wochenmarkt statt. Seinen Namen verdankt Saint-Émilion dem Mönch und Eremiten Aemilianus, welcher im 8. Jahrhundert in einer Grotte in der Nähe lebte.


Etappe 21: Chatou – Paris


Nach dem Transfer startet die finale Etappe der Tour de France in Chatou im Departement Yvelines und der Region Île-de-France, 15 Kilometer westlich von Paris. Die Île des Impressionnistes ist eine Binneninsel in der Seine, welche einst von berühmten impressionistischen Malern frequentiert wurde. Noch heute pilgern Kunstinteressierte aus aller Welt hierher, um die besonderen Lichtverhältnisse und das Ambiente bekannter Gemälde live zu erleben.


Die bekanntesten Namen des Impressionismus waren hier versammelt: Seurat, Monet, Van Gogh, … Das wohl bekanntesten Gemälde, welches auf der Île des Impressionnistes entstand, ist „Un dimanche après-midi à l' Île de la Grande Jatte“ von Seurat.


Die letzte Etappe endet in Paris, der Metropole der Liebe, Kunst und Kultur. Das pulsierende Herz Frankreichs besitzt die höchsten Immobilienpreise Frankreichs und die teuersten Restaurants. Die exklusivsten Gegenden sind das 6., 7., 8. und 16. Arrondissement. Im 7. zahlen Käufer zwischen 27000 und 33000 Euro pro Quadratmeter.


Paris besitzt eine 11,5 Meter hohe Miniatur-Version der New Yorker Freiheitsstatue. Sie war ein Geschenk der in Paris lebenden Amerikaner an die Stadt. Die originalgetreue Kopie steht auf einer Insel in der Seine.


Eine etwas morbide, aber sehr originelle Aktivität ist die Besichtigung des Beinhauses in den Pariser Katakomben. Hier ruhen die Gebeine von rund 6 Millionen Verstorbenen, die wegen Überfüllung der Pariser Friedhöfe im 18. Jahrhundert hierhin verbracht wurden.










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